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The Free French "it's not me, it's you" (hitBACK Records) Text: Uwe Jähnichen
A Soundtrack Out A Crisis Da war er endlich wieder, der lange vermisste euphorisierende Saitenüberschwang, der einer Lebensrettung des Gitarrensounds in der Indiepop-Nische gleich kam. Musik die wach machte, ohne zu bratzen, und dabei meilenweit von Hype und Hysterie entfernt ist. Der Messias, der dem britischen Indiepop als umtriebige, kreative Szene ihr Existenzrecht wieder zurückzuerstreiten schien, hört auf den Namen Rhodri Marsden. Er, ein typischer Vertreter der "Familienväter-Generation", die bereits in späten 80ern bzw. frühen 90ern ihre Jugendsünden beging, ist Sänger, Songwriter, Bassist, Arrangeur und Produzent in einer Person, obwohl live und im Studio zwischen sechs und neun Freunde und Bekannte (u. a. seine Schwester Susannah, Jim Mellor von Spearmint und Sheila von Fosca) seinem "Baby" The Free French in den letzten Jahren zur Seite standen. So auch auf dem dieser Tage erschienenen großartigen neuen, zweiten The Free French-Album "it's not me, it's you". Das englische TNT-Magazin bemerkt dazu: "... The best record to mention Ribena since Ian Dury's 'billericay dickie' (...) whose talent for packing a lovelorn lyric into a delirious melody and conveying more with both in 3 minutes than most bands manage in a lifetime ...". Melodien die vor dem Höhepunkt immer wieder sanft in Tiefe stürzen, um nach kurzzeitigem Innehalten den nächsten Gipfelsturm zu wagen. Dabei werden fast alle repräsentativen Jingle Jangle-Elemente (Klimperorgel, Schellenringe etc.) wohl temporiert einbezogen und wäre hier und da noch 'ne Trompete zu hören, würden nicht wenige Rhodri Marsden und seine Free French-Kumpane glatt nach Schweden verfrachten. Ehrlich gesagt, sehe ich sie bisweilen in der selben Ecke. Denn diese Platte versprüht ohne Übertreibung den Charme und die sommerliche Lässigkeit der ersten beiden Eggstone-Alben, zumal Marsden's gesanglichen Ausflüge in höhere Stimmregionen exakt denen eines Per Sunding gleichen. Kein Wunder das es bei The Free French-Platten-Rezies in England und Schweden neben Brian Wilson-, C86- und Sarah-Vergleichen auch die in Richtung Tambourine- und Vibrafon-Popsound hagelt. Wenn also fortan die neue Definition von britischem Indiepop eine verstärkt skandinavische Attitüde trägt, soll mir das nur recht sein.
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