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Ides Of Space "there are no new clouds" (Kasual Recordings) Text: Uwe Jähnichen
A Chance To Shine Nun, ab heute ist es eine potenzielle Lieblingsplatte weniger, die es für mich in den nächsten Jahren zu entdecken gibt. Ides Of Space nennt sich die Band, die sich für deren Existenz verantwortlich zeigt und den klassischen Fall von oft zitiertem emotionalen Volltreffer auf solchen Zusammenstellungen aktueller Label-Repertoires verkörpert. Doch die in Sydney beheimateten Ides Of Space geben auch in manch anderer Hinsicht ein klassisches Fallbeispiel ab. Etwa dafür, das Sounds from down under auch mit der üblichen Zeitspanne von ein bis zwei Jahren Verspätung nach ihrer eigentlichen Veröffentlichung in Europa oftmals einschlagen, als wäre es der heißeste Stuff, der gerade auf Platte gepresst wurde. Ebenso ist diese Band in Sachen Traditionspflege auf dem besten Weg, sich in die erlesene Riege (Malchicks, Bailter Space, 3Ds, Springloader u. v. m.) ihres geografischen Nachbarn zu drängeln, der England seit Mitte der 90er kontinuierlich einen beeindruckenden Re-Import ihres popmusikalischen Kulturgutes Creation beschert. Aber Stop! Hier soll nicht damit begonnen werden, die fünf Aussies thematisch, zeitlich oder gar räumlich einzusperren. Denn trotz der Verweisintensität ihrer Musik und meiner ganz subjektiven persönlichen Übersetzung, der mit dem Auftauchen des Bandnamens Underground Lovers in ihrer Mentorenriege auch ein gewisser Anachronismus zu Grunde liegt, leben die musikalischen Ausformungen auf dem "there are no new clouds" Debütalbum von Ides Of Space doch glasklar im hier und jetzt. So verbirgt sich hinter dem regelmäßig einsetzenden Herzflimmern während der Aufnahme ihrer breit ausufernden Sounds auch keine aktive Trauerarbeit gegenüber der guten alten (Shoegazer)-Zeit. Die ist lange vorbei und in zig Niederschriften gebührend memoriert. Die bisweilen jugendliche Ruppigkeit im Gitarrenanschlag legt bei aller oberflächenbedeckender Sanftheit als Grundgestus dieser Platte deutlich Zeugnis für einen anderen Jahrgang ab. Da werden schon mal ganz bewusst genretypische Verbotsschilder und rote Ampeln, zwar nicht mit Vollgas, aber zu mindestens im dritten Gang, überfahren. Und selbst mit 60 Meilen pro Stunde kann dir noch ne ganze Menge Melancholie ins Gesicht wehen. Dafür genügen schon die wunderbar angehauchten, teilweise zweistimmigen Gesangsparts. Wenn beim mal bedächtigen, mal dröhnenden Ausrollen der Songs allmählich die textliche Schwere Oberhand gewinnt, ist das Zusammenklappen der Augenlider nur noch eine Frage von Sekunden. Mit etwas Glück findet man sich mit laufendem Motor am Straßenrand wieder. Mitunter wacht man aber erst auf, nachdem man die Karre voll gegen die Wand gesetzt hat.
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